Lichtstrahl Oszillographen

Lichtstrahl-Oszillographen arbeiten ähnlich wie Linienschreiber, anstelle eines Tintenschreibers und Papier wird hier mit einem Lichtstrahl auf lichtempfindliches Fotopapier geschrieben. Je nach Ausführung entspricht die Empfindlichkeit der Messwerke denen sonstiger Lichtmarken Galvanometern, sind also deutlich empfindlicher als bei normalen Linienschreibern. Mit Lichtstrahl-Oszillographen können zudem sehr dynamische Vorgänge und Frequenzen bis zu mehreren kHz aufgezeichnet werden, dazu wurde das Fotopapier mit einer Geschwindigkeit bis zu 5 m/s am Lichtstrahl vorbeigezogen. Technisch werden Spulen- und Schleifenschwinger als Messwerke unterschieden.

Liste der Exponate

[00640] Luftfahrt-Oszillograph mit 4 Messchleifen, Papierkassette und Kontaktuhr; Siemens Apparate u. Mascinen GmbH; 1941

Luftfahrt Oszillograph [00640] Der SAM Luftfahrt-Oszillograph wurde besonders zur Verwendung in Flugzeugen entwickelt. Das Gerät besitzt 4 Messchleifen, Papierkassette und Kontaktuhr. Durch besondere Einrichtungen arbeitet das Gerät bis zu Temperaturen von -40 °C einwandfrei, ebenso beeinträchtigen Beschleunigungen bis zu 6 g die Wirkungsweise des Oszillographen nicht. (BTH) 490 · 190 · 240 mm; 12 kg; Siemens Apparate u. Maschinen GmbH; 1941

[00255] Lichtpunkt Linienschreiber Lumiscript mit zwei Messwerken; Hartmann & Braun; ca. 1960

Lumiscript RLt 4 N 5 [00255] Der Lichtpunktlinienschreiber LUMISCRIPT ist ein direkt schreibendes Galvanometer zur Aufzeichnung schnellveränderlicher Vorgänge. Die Aufzeihnung erfolgt mit Lichtschrift (Quecksilberdampf-Höchstdruck-Lampe) auf speziellem Papier, das sofort ohne Dunkelkammerarbeit ausgewertet werden kann. Mit dem LUMISCRIPT werden kleine Gleich- oder Wechselströme bzw. -spannungen registriert. Außerdem lassen sich alle physikalischen und technischen Messgrößen (Dehnung, Temperatur, Druck, Weg, Durchfluss, Beschleunigung usw.) mit geeigneten Gebern in entsprechende Messströme- oder -spannungen umwandeln.; (BTH) 260 · 200 · 230 mm; 7,8 kg; Hartmann & Braun; ca. 1960

[00639] 9-Schleifen Universal-Oszillograph; VEB Meßgerätewerk Zwönitz; ca. 1965

9 SO-1 F2 [00639] 9-Schleifen Universal-Oszillograph; VEB Meßgerätewerk Zwönitz; ca. 1965

[00792] Acht-Kanal-Lichtschreiber; VEB Messgerätewerk Zwönitz; ca. 1970

8 LS-1 [00792] Acht-Kanal-Lichtschreiber mit Lampeneinsatz LE-6 (HBO 100), Fernbedienteil FB-1 und 4 gesteckten Meßschleifen; (BTH) 430 · 290 · 195 mm; 20 kg; VEB Messgerätewerk Zwönitz; ca. 1970

Schleifenschwinger

Den prinzipiellen Aufbau eines Schleifenschwingers zeigt das beiliegende Bild (a Saiten, b Spannfeder, c Meßwerkspiegel, d Magnet, e magnetischer Rückschluß). Der Stromweg besteht aus nur einer Windung in Form einer wie zwei Saiten gespannten Schleife. Über diese ist der Spiegel gekittet, der sich entsprechend den Bewegungen (Auslenkungen) der Schleife im Magnetfeld dreht. Das erforderliche Dauermagnetsystem ist in den Schwinger mit eingebaut, und zwar so, dass das Feld im Luftspalt quer zur Lichtzeigerrichtung verläuft. Dadurch werden der Durchmesser des Schwingers und die Anzahl der nebeneinander im Oszillographen unterzubringenden Schwinger bestimmt. Der Schleifenschwinger ist ein Drehspulgalvanometer mit sehr geringem Widerstand.
Quelle: Taschenbuch für Elektromeßtechnik. 2. Auflage, Siemens & Halske, 1959.

Beispiele für Schleifenschwinger

[00097] Mess-Schleife; Siemens & Halske; ca. 1960 [00639] Schleifenschwinger Type MSU3 für Lichtstrahl-Oszillographen 9 SO und 3 SO; VEB Messgerätewerk Zwönitz; 1962 [00330] Mess-Schleife mit Halter Typ L für L Oszillograph (Luftfahrt-Oszillograph; Siemens & Halske; ca. 1940  

Spulenschwinger

Das bewegliche Organ besteht aus einer äußerst feinen, zwischen Spannbändern oder Drähten gespannten Spule und dem über der Spule am oberen Spannband befestigten Spiegel. Es bildet mit der zylindrischen Umhüllung und ihren zwei Ringen für die Stromzuführung den Spulenschwinger, der in die Polschuhbohrung eines Dauermagnetsystems hineingesteckt wird. Das Magnetfeld im Luftspalt verläuft bei diesem Schwinger in Richtung des Lichtstrahles, so dass für das Magnetsystem quer zur Lichtstrahlrichtung nur wenig mehr Platz erforderlich ist, als der Schwinger dick ist. Meistens haben zwei Schwinger ein gemeinsames Magnetsystem. Aus diesen Gründen lassen sich mindestens doppelt so viel Spulenschwinger in einem Oszillographen unterbringen als Schleifenschwinger. Spulenschwinger haben gegenüber Schleifenschwingern einen größeren Galvanometerwiderstand und eine größere Stromempfindlichkeit; ihre untere Frequenzgrenze liegt tiefer, ebenso die erreichbare höchste Eigenfrequenz. In erster Linie werden sie daher zum Aufzeichnen von in Stromschwankungen umgeformten mechanischen Schwingungswerten benutzt.
Quelle: Taschenbuch für Elektromeßtechnik. 2. Auflage, Siemens & Halske, 1959.

Beispiele für Spulenschwinger

[00392] SpU 3  Mess-Schleife für Lichtmarken Oszillograph; VEB Messgerätewerk Zwönitz; 1961 [00331] Spulenschwinger Type M919 für Lichtstrahl-Oszillographen; Siemens & Halske; ca. 1960 [00331] Spulenschwinger Type M07359 für Lichtstrahl-Oszillographen; Siemens & Halske; ca. 1975